• Berlin
  • August 1, 2022
Halbjährige Erprobungsphase soll Erkenntnisse über Kosten und Praktikabilität bringen: 50 von 280 Toiletten werden vorerst kostenfrei, der Rest bargeldlos nutzbar sein

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz sowie die Wall GmbH erproben ab dem 15. August 2022 zunächst für sechs Monate neue Zugangsmöglichkeiten zu den öffentlichen Berliner Toiletten – ohne Verwendung von Münzgeld. Etliche Toiletten werden bis zum 15. Februar 2023 damit erstmals komplett kostenfrei zugänglich sein, die übrigen werden auf reine Kartenzahlung umgestellt. Nach einer Evaluation der halbjährigen Testphase wird im Jahr 2023 entschieden, nach welchem Zugangskonzept der Toilettenbetrieb zukünftig erfolgen soll.

Staatssekretär Markus Kamrad:Die Versorgung mit öffentlichen Toiletten in Berlin ist dank des Berliner Toilettenkonzepts moderner und besser als in den meisten anderen Städten Europas. Die Nutzung von Toiletten ist ein Grundbedürfnis, deshalb ist eine kostenfreie Bereitstellung öffentlicher Anlagen grundsätzlich wünschenswert. Dazu bedarf es neben einer langfristigen Finanzierung über den Haushalt aber auch eines Nutzungsverhaltens, welches das ermöglicht. Wir erproben in den kommenden Monaten, welcher Weg gangbar ist.

Der Münzbetrieb der Berliner Toiletten (dem Nachfolgemodell der City-Toiletten) wird damit im August 2022 vorerst eingestellt. Für insgesamt 50 Toilettenanlagen im Stadtgebiet, die gleichmäßig über alle Berliner Bezirke verteilt sind, entfällt das Nutzungsentgelt vollständig – die Nutzung wird kostenfrei: Zusammen mit weiteren Bestandstoiletten stehen dann etwa 90 Toiletten kostenfrei zur Verfügung. Die übrigen automatischen Berliner Toiletten (230 von 280 Anlagen) werden künftig nur noch bargeldlos nutzbar sein: Hier kann fortan ausschließlich per Kredit-, Girokarte, Apple Pay und anderen Bezahldiensten oder auch via WC-App („Berliner Toilette“) bezahlt werden. Wichtig: Die kostenfreie Nutzung der Toiletten für körperlich eingeschränkte Personen mittels Euroschlüssel bleibt bei den auf bargeldlosen Betrieb umgestellten Anlagen unverändert sichergestellt.

Seit Ende Dezember 2021 sind die Berliner Toiletten Ziel einer Einbruchserie, die hohe Geld- und Sachschäden verursacht. Im Zuge einer gemeinsamen Strategie zur Vermeidung von Ausfällen der Toilettenanlagen und zur Eindämmung der gravierenden Vandalismusschäden wird die Nutzung der Berliner Toiletten daher für den genannten Zeitraum von zunächst sechs Monaten vollständig bargeldlos erfolgen. Basierend auf den Erkenntnissen wird dann im kommenden Jahr entschieden, wie es weitergehen soll:  Einerseits wird untersucht, wie hoch die Akzeptanz der elektronischen Bezahlfunktionen ist und wie sich darauf basierend die Zahlen der Nutzerinnen und Nutzer entwickeln. Andererseits wird beobachtet, wie sich der kostenlose Zutritt auf den Zustand der Toiletten, auf ihre Benutzbarkeit und ihre derzeitig hohe Akzeptanz auswirkt.

Wall rüstet bereits ab dem 1. August die Toilettenanlagen technisch so um, dass diese kein Bargeld mehr annehmen. Der Zugang ist dann per NFC-Modul mit der Kreditkarte oder über die App „Berliner Toilette“ möglich. Auch in der App muss zuvor eine Geldkarte hinterlegt werden. Informationen über die geänderten Bezahlweisen und die kostenfreie Nutzung an 50 Standorten sind an jedem Standort auf einer temporären Infotafel und in der App „Berliner Toilette“ zu finden.

Patrick Möller, Geschäftsführer Wall GmbH:Wir haben mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz in den letzten Wochen sehr gute und konstruktive Gespräche geführt, um zu einer Beendigung der Einbruchserie zu kommen und den Betrieb der Toilettenanlagen dauerhaft abzusichern. Wir werden in der Erprobungsphase des bargeldlosen Betriebs die notwendigen Erkenntnisse sammeln und darauf basierend an einem dauerhaft erfolgreichen und qualitativ hochwertigen Betriebskonzept arbeiten, welches den Nutzern bestmöglichen Komfort bietet. Unser Dank gilt ebenso der Berliner Polizei, die durch ihre intensive Arbeit den Schaden an den Toilettenanlagen und damit für die Öffentlichkeit begrenzen konnte.

Die Beschilderung der Toiletten wird vollständig überarbeitet, wenn entschieden ist, nach welchem Betriebskonzept zukünftig der Betrieb erfolgen soll. Aufgrund der Vielzahl der Anlagen wird die Umstellung der einzelnen Standorte einige Wochen dauern und nicht vollständig zum Stichtag 15. August abgeschlossen sein. Die Senatsverwaltung und Wall haben einen detaillierten Evaluationsprozess vereinbart, der für die Entwicklung eines zukünftigen Betriebskonzeptes die notwendigen Erkenntnisse liefern soll. Neben der Entwicklung der Nutzungszahlen wird ein besonderes Augenmerk auf den Vandalismus und die Fehlnutzungen beim kostenlosen Zugang gelegt, um entscheiden zu können, ob eine kostenlose Nutzung aller Toilettenanlagen mit vertretbarem Aufwand möglich sein wird.

Weiterführende Informationen inklusive der Liste der sukzessiv kostenfrei gestellten Toilettenanlagen finden Sie hier: https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/infrastruktur/oeffentliche-toiletten/
Eine vollständige Standortliste steht nach Abschluss der Umrüstungsarbeiten zur Verfügung. Die App zum Auffinden und Nutzen der Toilettenanlagen steht unter dem Namen „Berliner Toilette“ kostenfrei für iOS im App Store und Android bei Google Play zum Download bereit.
 

Kennzahlen

Key-Facts zur Wall GmbH: 
•    100%-Tochtergesellschaft von JCDecaux, der Nummer 1 der Außenwerbung weltweit
•    Vermarkter von Premium-Außenwerbung mit analogen und digitalen Werbeflächen sowie Transportmedien in rund 50 deutschen Großstädten, darunter alle Millionenstädte (Berlin, Hamburg, München und Köln)
•    Deutschlandweite Vermarktungskompetenz durch Vertriebsmarke WallDecaux Premium Out of Home mit fünf regionalen Verkaufsbüros in Deutschland
•    Klimaneutrale Vermarktung aller analogen und digitalen Werbeflächen als Bestandteil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens
•    Höchste Qualitätsstandards bei Reinigung und Wartung der Werbeträger und Stadtmöbelprodukte durch umfassendes Servicekonzept und festangestellte -mitarbeiter
•    Mitarbeiter: 800, Stand: 30.06.2021
 

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